Mrz 242021
 

Bei Panini dominieren die Superhelden, es gibt aber auch abseits von den Spandexträgern hochinteressante Comics. So hat man begonnen, in schönen Alben Klassiker aus dem Fundus der britischen Comic-Schmiede „2000 AD“ zu präsentieren.

Von DIE BALLADE VON HALO JONES (17 Euro) sind bereits zwei von drei Bänden erschienen. Es handelt sich hier um ein Frühwerk von Alan Moore. Die junge Halo Jones hat ihr Leben im sogenannten „Ring“ gründlich satt. Dabei handelt es sich um eine Art futuristischen Slum im 50. Jahrhundert, in dem Jobs rar gesät sind und so etwas wie Spaß nicht existiert. Doch Halo will mehr. Sie will die Galaxis kennenlernen. Aber in einer Stadt, in der es aus geringstem Anlass zu gefährlichen Krawallen kommt und selbst ein Einkaufsbummel ein riskantes Unternehmen ist, könnte der Preis der Freiheit deutlich höher ausfallen, als Halo es sich ausgerechnet hat. Wie so oft dachte Moore über den Tellerrand hinaus und gestaltete Halo nicht als Überheldin, sondern als ganz normale Frau, und das inmitten einer Geschichte, die auch 37 Jahre nach ihrer Entstehung noch frisch und frech ist.

BUTTON MAN (20 Euro) ist auf vier Bände angelegt, zwei sind bislang erschienen. John Wagner erzählt von Söldner Harry Exton, dem „Killerspiel” erzählt. Dabei handelt es sich um eine Art modernen Gladiatorenkampf – Mann gegen Mann – bis zum Tod. Und die Einsätze sind hoch. Für einen professionellen Killer wie Harry ist das die Gelegenheit, an das große Geld zu kommen. Doch wahrscheinlicher ist der Tod. Das ist ein packender Thriller, der nicht auf überzogene Action setzt, sondern den Figuren auf den Zahn fühlt und mit unglaublich harter Atmosphäre daherkommt. Der Stoff, aus dem sich auch ein großartiger Film machen ließe. Dass die Geschichte bereits 1992 geschrieben wurde, merkt man ihr nicht an.

Moderner ist DER ORDEN 1 (17 Euro) von John Burns. Seit Anbeginn der Zeit verteidigt ein mysteriöser Orden im Verborgenen die Menschheit gegen wurmartige Invasoren aus einer anderen Dimension. Die junge Anna Kohl ahnt nicht, dass auch ihr verschollener Vater diesem Geheimbund angehört. Zum Glück handelt es sich bei besagtem Orden um ein wahres Sammelsurium an skurrilen Zeitgenossen und diese verfügen über ein Waffenarsenal, das ihrer mittelalterlichen Welt um Jahrhunderte voraus ist. Das Wohl und Wehe der Menschheit hängt nun an einer jungen Heldin, einem mechanischen Ritter und Raketenbomben! Reizvoll ist hier das Mittelalterambiente, das mit moderner Technik kontrastiert wird – sozusagen Steampunk zur Ritterzeit. Die Geschichte ist mitreißend erzählt, die Zeichnungen von Burns sind phänomenal.

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