Nov 172020
 

In den letzten Wochen sind Highlights für jeden Geschmack gekommen. Egal, ob Funny oder Monster, hier ist viel geboten.

THE VAST (20,– Euro) ist eine moderne SF-Geschichte von Christos Gage, die sich ganz und gar dem Kaiju-Genre verschrieben hat. In einer postapokalyptischen Welt haben die riesigen Monster die Herrschaft übernommen, aber eine Kampfpilotin freundet sich mit einem jener Monster an, das noch kleiner und ungefährlicher ist. Weil es ein Baby ist. Die actionreiche Geschichte ist das, was PACIFIC RIM hätte sein sollen: eine großartige, dramatische Hommage an Godzilla.

GESCHICHTEN AUS DEM HELLBOY UNIVERSUM X (50,– Euro) beinhaltet zwei Geschichten mit der B.U.A.P., eine mit Abe Sapien und eine mit dem Witchfinder. Mike Mignola hat sie zusammen mit anderen Autoren geschrieben, die Zeichnungen wurden von anderen Künstlern übernommen. Es geht um Exorzisten, die besessen sind, um gigantische Monster, um Abe Sapiens Geheimnisse und um fleischfressende Leichen in London. Sehr unterschiedliche, aber immer stimmungsvolle Geschichten.

GESCHICHTEN AUS DEM HELLBOY-UNIVERSUM: B.U.A.P. 4 (40,– Euro) bringt das große Epos um die Froschplage zum Abschluss. Als die Geschichte begann, hätte man nicht für möglich gehalten, wie umfangreich sie letztlich werden würde. Es brauchte gut 1.600 Seiten, um die Geschichte zu erzählen – zum Ende feuert Mignola mit seinen Mitstreitern aus allen Rohren.

Gruselig ist auch BERGE DES WAHNSINNS 2 (18,– Euro) mit dem Abschluss der von Gou Tanabe gestalteten Adaption von H.P. Lovecrafts Geschichte. Erneut nimmt sich Tanabe mehr als 300 Seiten Platz, womit die Manga-Adaption ein Vielfaches des Umfangs der Novelle hat. Das erlaubt dem in expressionistischem Schwarzweiß erzählendem Künstler, den namenlosen Schrecken in eindrucksvollen Bildern zu gestalten, die dann oft auch auf Text verzichten und ganz und gar auf die Macht des Visuellen setzen.

ISADORA (24,– Euro) erzählt die Geschichte von Isadora Duncan, einer Amerikanerin, die mit ihrer Form des sinfonischen Ausdruckstanzes eine ganz eigene Stilrichtung prägte. Im Film DIE TÄNZERIN, in dem es um Loïe Fuller geht, wurde sie von Lily-Rose Depp gespielt, war aber nur eine Nebenfigur. In dieser stilvollen Graphic Novel steht sie nun im Mittelpunkt. Es ist das außergewöhnliche Porträt einer außergewöhnlichen Frau, deren Leben viel zu früh und abrupt endete.

CALIFORNIA DREAMIN‘ (24,– Euro) ist eine weitere Comic-Biographie, hier die von Cass Elliott, die mit der Band The Mamas & the Papas zu Weltruhm gelangte. Die Geschichte ist auf knapp 300 Seiten interessant erzählt, die Zeichnungen sind aber wirklich sehr gewöhnungsbedürftig und einfach gehalten.

Ein nostalgischer Spaß ist DAS GROSSE BUCH DER KURZEN GESCHICHTEN VON CLEVER & SMART (32,– Euro), das auf knapp 240 Seiten Dutzende Kurzgeschichten enthält, die von einer bis zu 16 Seiten variierten. Hier enthalten sind Geschichte der Jahre 1958 bis 1983 – es ist eine Art Best-of, aber längst nicht komplett hat Ibanez doch in seinem Leben fast 2500 Seiten mit Kurzgeschichten gezeichnet. Der Band hier orientiert sich an der spanischen Ausgabe, die Hoffnung, dass es weitere Kompilationen geben wird, ist also durchaus gegeben. Die frühen Geschichten sind noch schwarzweiß – und die Hauptfiguren sehen noch längst nicht so aus, wie in den späteren Alben. Der anarchisch-klamaukige Humor ist aber hier schon vorhanden.

ONCE & FUTURE 1 (22,– Euro) ist eine neue Serie, die in den USA enorm erfolgreich war. Kieron Gillen erzählt von einer nationalistischen Gruppe, die ein Artefakt nutzt, um Gestalten aus dem Artus-Mythos von den Toten zurückzubringen. Da ist es gut, dass die Monsterjägerin Bridgette McGuire das Dasein im Altersheim ohnehin satthat. Aber dann erhebt sich Artus als untoter König! Eine packende Fantasy-Erzählung, die moderne Entwicklungen wie toxischen Nationalismus aufgreift und daraus eine Geschichte spinnt, die auf vielen Ebenen funktioniert.

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