Jun 052020
 

Splitter hat – wie praktisch immer – mal wieder ein paar echte Schönheiten im Programm.

VON GIR ZU MOEBIUS (25,– Euro) ist ein faszinierender Sammelband, der mit zahlreichen Kurzgeschichten einen Querschnitt von Jean Girauds Werk liefert, die von 1956 bis 1979 erschienen sind. Es sind klassische Western-Geschichten, die an seinen früheren und späteren Blueberry erinnern, aber auch Funnies, für die Giraud einen ganz anderen Stil wählte. Unerwartet ist zudem ein Foto-Comic, den Giraud praktisch mit den Schauspielern und den Locations inszeniert hat. Ein kenntnisreicher Essay setzt diese Arbeiten, aber auch ihre künstlerische Entwicklung in Kontext.

RESET 1 (16,–) beginnt eine SF-Geschichte in drei Bänden, in der ein Pärchen, das auf einem Planeten, auf dem Natur und Technologie harmonisch miteinander verschmolzen wurden, zu den Waffen gerufen wird. Weil die Föderation, der Komplex, auszieht, um einen Planeten mit aufgebrauchten Ressourcen zu retten: die Erde. Die Ökobotschaft des Comics ist klar, aber nicht überzogen. Interessant wird er auch, weil die Außerirdischen mit strengem Moralkodex daherkommen, aber einmal mehr herausfinden müssen, dass ein Krieg immer schmutzig ist, selbst wenn er zum Wohle aller gefochten wird.

MYTHEN DER ANTIKE: OEDIPUS (16,– Euro) ist eine interessante Adaption der Geschichte um den Jungen, der Königsblut in sich trägt, aber ausgesetzt wird und mehr über seine Herkunft erfahren will – hin zu seinem Schicksal, den Vater zu töten und die Mutter zu ehelichen.

GIDEON FALLS 3 (22,– Euro) wird immer komplexer. Autor Jeff Lemire lässt seine Figur Pater Burke ins Jahr 1886 zurückreisen und einem bösartigen Mörder begegnen, der vielleicht durch Raum und Zeit reist. Noch ist nicht absehbar, wie diese Horrormär enden wird, aber die Reise ist verdammt faszinierend.

DER CLUB DER DREI SCHWESTERN 1 (14,95 Euro) des italienischen Künstlers Barbucci erzählt von drei sehr unterschiedlichen Schwestern, die auf ein geheimnisvolles Bild ihrer Mutter zeigt, auf dem sie schwanger ist, aber nicht mit einen von ihnen. Barbuccis cartooniger Stil ist perfekt für diese süße Geschichte, deren Hauptfiguren einem schnell ans Herz wachsen, zumal das Ende auch sehr emotional geworden ist.

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