Mai 282020
 

Die kosmischen Helden ließen Jim Starlin nie los. So übernahm er im Jahr 1990 die Serie SILVER SURFER mit der 34. Nummer und muss sich wohl fast gezwungen gefühlt haben, auch Thanos zurückzubringen. In den ersten vier Heften, aber auch mit der darauffolgenden zweiteiligen Miniserie THE THANOS QUEST bringt der Tod Thanos ins Leben zurück, damit er die Hälfte des Universums auslöschen kann.

In dieser Geschichte sucht Thanos nach allen sechs Infinity-Steinen und schafft es auch, sie in seinen Besitz zu kriegen. Sein Wunsch, dem Tod ebenbürtig und sie als seine Begleiterin an seiner Seite zu haben, wird dennoch nicht wahr, denn mit der Macht aller Infinity-Steine ist Thanos nun sogar dem Tod überlegen. Ein Gott, der zwar triumphiert hat, der aber erkennen muss, dass der Sieg schal und leer sein kann.

Eigentlich wollte Starlin die Geschichte ganz und gar innerhalb der SILVER SURFER-Serie erzählen, bei Marvel sah man jedoch das Potenzial für erhöhte Einnahmen, wenn man das Ganze zu einer Art Event ausarbeitete. Darum folgte dem ersten Akt in SILVER SURFER die eigene THE THANOS QUEST-Miniserie, nach der Starlin eigentlich innerhalb der Serie des ehemaligen Herolds des Galactus weitererzählen wollte. Aber wiederum wurde entschieden, dass daraus ein großes Sommer-Event gemacht werden konnte. Daraus wurde THE INFINITY GAUNTLET (deutscher Untertitel: DIE EWIGE FEHDE), die von Juli bis Dezember 1991 erschien und zahlreiche Marvel-Helden gegen und mit Thanos kämpfen lässt. Der wahnsinnige Titan Thanos verfügt dank der Infinity-Steine über die Macht, das Universum auszulöschen, und genau das will er auch tun! Also stellen sich ihm die Avengers, Spider-Man, Wolverine, Dr. Strange, Drax und andere in einer gewaltigen Schlacht im All entgegen, doch dann verliert ihn an seine Tochter Nebula, während Adam Warlock einen Weg finden muss, die katastrophalen Ereignisse ungeschehen zu machen.

Die ersten Hefte der Miniserie wurden von George Perez gezeichnet, später übernahm Ron Lim, weil der Künstler aufgrund anderer Verpflichtungen die Termine nicht halten konnte.

Eigentlich hatte Starlin diese Geschichte als eine Art Endpunkt für Thanos angesehen – zumindest für eine längere Zeit. Aber der Erfolg der Miniserie weckte bei Marvel Begehrlichkeiten, so dass Starlin damit begann, aus dieser Geschichte eine Trilogie zu machen.

Schon im darauffolgenden Jahr wurde THE INFINITY WAR (deutscher Untertitel: DIE EWIGE SCHLACHT) publiziert, das sofort von Ron Lim gezeichnet wurde. Starlin erzählt davon, wie Iron Man, Hawkeye, Spider-Man, Wolverine und andere von dämonischen Doppelgängern attackiert werden. Dahinter steckt Magus, der das ganze Universum zerstören könnte. Nur Adam Warlock, Drax und Gamora können ihn aufhalten, aber sie brauchen Hilfe, und zwar von Thanos, dem wahnsinnigen Titanen.

Die Geschichte kam bei Fans nicht mehr so gut an, die Verkäufe waren jedoch positiv, weswegen 1993 noch THE INFINITY CRUSADE (deutscher Untertitel: DAS EWIGE PARADIES) kam – erneut von Jim Starlin und Ron Lim gestaltet. Hier bedroht das reinigende Licht einer Göttin das Universum! Denn sie will mit extremen Mitteln alles Böse vernichten. Da sich viele Helden ihrem Kreuzzug anschließen, stehen Iron Man und Co. plötzlich ihren Freunden gegenüber. Doch auch Thanos greift in die Schlacht um die Existenz ein.

Hierzu gab es wie schon bei den vorherigen Miniserien auch Tie-In-Hefte anderer Serien, bemerkenswert sind aber nur Starlins eigene Arbeiten an WARLOCK AND THE INFINITY WATCH. Die Serie hatte Starlin im Zuge des Erfolgs der ersten INFINITY-Miniserie im Jahr 1992 gestartet und blieb ihr bis 1994 treu. Die für den dritten Teil der Trilogie relevanten Hefte sind die Nummern 18 bis 22.

In der ersten Hälfte der 1990er Jahre waren diese Miniserien sehr populär, nach dem Ende von THE INFINITY CRUSADE änderte sich das jedoch langsam, auch wenn sich einige Comics noch lange auf die Ereignisse dieser Geschichten bezogen. Bei Marvel beschloss man jedoch, die Infinity-Steine aus dem Spiel zu nehmen. Sie wurden ins Ultraverse transportiert, das Marvel zusammen mit dem Kauf des Verlags Malibu erworben hatte. Mit der Einstellung der Ultraverse-Comics im Jahr 1998 waren aber auch sie für einige Zeit vergessen – und Jim Starlin beschäftigte sich mit anderen Stoffen.

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