Mrz 262020
 

Bei Cross Cult sind jüngst zwei tolle Science-Fiction-Comics erschienen, der eine für sich stehend, der andere der Abschluss einer Reihe.

ALIENS: DEAD ORBIT (15,– Euro) wurde von James Stokoe geschrieben und gezeichnet. Eigentlich wollte er sich actiontechnisch am zweiten Film orientieren, ist dann jedoch mehr in die Richtung des klaustrophobischen Horrors des Originals gegangen. Er erzählt von der Besatzung einer Station im Orbit um den Gasriesen Pylos. Ein Frachter steuert auf sie zu, man inspiziert diesen und findet Crewmitglieder im Hyperschlaf. Man nimmt sie mit zur Station, doch damit beginnt der Horror. Stokoe hat einen beeindruckenden Comic abgeliefert, der nach den beiden ersten Filmen zum Besten gehört, was zu diesem Thema publiziert wurde. Seine Zeichnungen sind sehr detailliert, seine Erzählweise eindringlich und die Szenen, als die Chestburster sich ihren Weg freibrechen, sind in ihrer Kompromisslosigkeit und Vehemenz sogar noch intensiver als die Szene mit John Hurt im Originalfilm. Als Bonus gibt es noch einige Seiten, mit denen Stokoe sein Projekt dem US-Verlag Dark Horse vorgestellt hat.

Mit PLANET DER AFFEN ARCHIV 4 (50,– Euro) liegen die klassischen Marvel-Veröffentlichungen komplett vor. Enthalten ist hier die Comic-Adaption des fünften Kinofilms. Diese ist interessanter als die vorherigen, weil Autor Doug Moench nicht auf Basis des Films, sondern eines frühen Drehbuchs arbeitete, so dass sich einige Unterschiede zum fertigen Film ergeben. So hat man hier als Gegner Breck, den Gouverneur aus dem vierten Film, und nicht seinen Adjutanten Kolp. Rügen muss man die ansonsten sorgfältige Edition von Cross Cult, weil die Begleittexte von Rich Handley recht mangelhaft übersetzt wurden. Im ersten spricht Handley den Leser mit dem familiären „Du“ an, im zweiten siezt er ihn dann, nur um beim dritten Text wieder zu duzen. Dazu kommt – man beachte hierzu Seite 164 – eine enorme Häufung des Deppen-Apostrophs. Zudem ergeht man sich bei der Übersetzung in Schachtelsätzen, die man ruhig etwas hätte entwirren können. Neben dem Film-Comic gibt es noch zwei weitere unabhängige Geschichten, die von der Chronik der Zukunft zeugen, aber auch zeigen, wie Affe und Mensch, die sich gerade noch bekriegt haben, zusammenarbeiten müssen. Letztere Geschichte lebt von ihrer Moral, erstere hat einen starken Fantasy-Einschlag.

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