Feb 212020
 

In den letzten Wochen sind ein paar sehr unterschiedliche, aber interessante Comics erschienen. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Carlos Trillo ist einer der großen südamerikanischen Autoren, was er mit DER LEGUAN (15,80 Euro) eindrucksvoll unter Beweis stellt, wenn er eine Journalistin im fiktiven Land La Colonia recherchieren lässt, ob der Diktator wirklich tot ist und welche Abgründe und Ängste seine Schreckensherrschaft hinterlassen hat. Selbst hat Trillo die argentinische Militärdiktatur der Jahre 1976 bis 1983 miterlebt und verarbeitet seine Erfahrungen in diesem Lehrstück über Totalitarismus. Wie so oft bei seinen Arbeiten reichert er auch diese mit einer gehörigen Portion schwarzen Humor an.

Etwas Besonderes gibt es mit der BIBLIOTHEK DER COMIC-KLASSIKER, in der Carlsen einige der großen Zeitungsstrips mit überformatigen, prächtigen Hardcover-Bänden feiert. Dazu gehört auch HÄGAR (35,– Euro). Auf 270 Seiten sind die ersten Tagesstrips der Jahre 1973 bis 1975 und eine Auswahl an Sonntagsseiten der Jahre 1973 bis 1978 enthalten. Hägar in seiner Gesamtheit gibt es längst bei Egmont, dieser Band bietet aber einen schönen Querschnitt und ist perfekt für alle, die nicht jeden einzelnen Hägar-Strip benötigen. Dik Browne hat den Wikinger erfunden, der zwar manchmal plündern geht, aber fast mehr Probleme zu Hause hat. Der Humor ist bodenständig – in Hägar und Co. kann sich der Leser selbst wiederentdecken.

DER SKORPION 1 (40,– Euro) ist der Auftakt einer Gesamtausgabe des Abenteuer-Comics von Stephen Desberg und Enrico Marini. Armando Catalano, genannt Der Skorpion, ist Reliquienhändler – und ein Feind der Kirche, nachdem seine Mutter verbrannt wurde. Im ersten Abenteuer des Skorpions sucht er nach dem Schatz der Templer, was für Desberg die perfekte Gelegenheit ist, Fiktion und Wahrheit miteinander zu vermengen. Wie bei Desberg üblich gibt es eine mehr als solide Geschichte, über den Durchschnitt heben diesen Band aber die Zeichnungen von Marini. Im Bonusmaterial gibt es ein paar Skizzen, man hätte sich aber schon mehr gewünscht.

BUG 2 (24,– Euro) von Enki Bilal erzählt davon, wie alle digitalen Daten weltweit gelöscht werden, sich dieses Wissen aber in einem Astronauten manifestiert, der nun von allen gejagt wird. Bilal hat nichts von seinem Biss verloren und erzählt noch immer die düstersten Dystopien.

Mit dem Manga BLUE FIGHTER (16,95 Euro) kann man einen weiteren Titel von der Liste von Jiro Taniguchis Werken löschen. So langsam wird die Sammlung dieses Ausnahme-Künstlers komplett. Hier erzählt er auf gut 300 Seiten die Geschichte eines saufenden Boxers, der mal gewinnt, mal verliert, aber immer geht jemand K.O. Eine packende Geschichte und abseits der typischen Rocky-Ästhethik.

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