Jul 012019
 

Neben der Fortführung ihrer Serien bringen die Leute von Splitter auch tolle Einzelbände – und neue Serienstarts.

DIE REISE DES MARCEL GROB (29,80 Euro) ist eine wichtige Graphic Novel, die von einem jungen Mann erzählt, der in Elsass-Lothringen lebte und zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs für die Waffen-SS zwangsrekrutiert wurde. Zumindest geht es um diese Frage, die sich der 83-jährige Marcel Grob später stellen lassen muss. Hatte er eine Wahl, und das umso mehr, da die Waffen-SS beim Italien-Feldzug an einem der schrecklichsten Massaker überhaupt beteiligt war. Die Geschichte, die der europäischen Jugend gewidmet ist, ist faszinierend, weil sie auch die Frage aufwirft, wie ein jeder selbst an Marcel Grobs Stelle gehandelt hätte. Zur besseren historischen Einordnung gibt es im Anhang einen Text über die Zwangsverpflichteten von Historiker Christian Ingrao.

SHERLOCK HOLMES SOCIETY 3 (19,80 Euro) ist eine interessante Alternativ-Welt-Geschichte, in der im Jahr 1935 das britische Empire zum Monster mutiert ist und fast die ganze Welt beherrscht. Sein einziger Gegner: Liam Holmes. Nachdem Liam Birmingham vernichtet hat, bereitet man eine Zeitreise ins Jahr 1895 vor, um Liams Vater Sherlock zu töten. Gekonnt verbindet Autor Sylvain Cordurie die Elemente des Sherlock-Holmes-Mythos mit einer ganz harten Science-Fiction-Geschichte, womit er sein phantastisches Holmes-Universum, das bislang mehr in Richtung Horror tendierte, konsequent ausbaut.

AQUARICA 1 (18,– Euro) ist ein neues Werk von Francois Schuiten und Benoit Sokal – letzterer hat die phantastische Geschichte eines Mädchens aus einer anderen Welt, das mit einem Riesenkrabben-Schiff-Hybriden reist und an der Küste Roodhavens landet, zeichnerisch in Szene gesetzt. Die vielschichtige Geschichte hat etwas Mystisches an sich und mutet an wie Märchen aus längst vergangener Zeit.

AFRICA DREAMS (36,– Euro) ist nach INDIA DREAMS das zweite große Werk des Ehepaars Maryse und Jean-Francois Charles, die sich hier mit den Gräueltaten der leopoldinischen Herrschaft über den Kongo zwischen 1885 und 1908 befassen. Die Geschichte ist bisweilen etwas trocken erzählt, hat dann aber wieder Momente hoher Intensität und wartet mit traumhaft schönen Zeichnungen auf.

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