Mrz 052019
 

Mit dem 21. Film des Marvel Cinematic Universe wird erstmals eine Heldin in den Mittelpunkt gerückt – Captain Marvel, die in den letzten Jahren in den Comics, aber auch in der AVENGERS-Zeichentrickserie aufgebaut wurde, weil man die Figur zu einem zentralen Ankerpunkt der nächsten Marvel-Phase machen wollte

Die Story

Es ist das Jahr 1995, als eine Kree-Kriegerin nach einem Kampf mit den gestaltwandelnden Skrulls auf die Erde kommt und dort auf den S.H.I.E.L.D.-Agenten Nick Fury trifft. Der will erst nicht an die außerirdische Invasion glauben, sieht dann aber einen der Skrulls. Er hilft der Frau, die Erinnerungsfetzen an ein Leben auf der Erde hat und einerseits herausfinden will, warum die Skrulls hinter einer Erden-Wissenschaftlerin her sind, aber auch, was sie mit dieser Frau zu tun hat – bis sie herausfindet, dass sie eigentlich selbst von der Erde ist und eine Kampfpilotin namens Carol Danvers war.

Verbeugung vor Stan Lee

Schon das bewegte Marvel-Logo am Anfang ist etwas ganz Besonderes. Denn hier sieht man nicht wie üblich die verschiedenen Marvel-Helden, sondern Stan Lee in vielen seiner Cameo-Auftritte, gefolgt von der Widmung: „Thank you Stan“. Das ist tatsächlich ein erster emotionaler Moment für Marvel-Fans, ein echtes Cameo mit Lee gibt es aber auch noch, und zwar gerade, als der das Drehbuch für MALLRATS liest.

Im Grunde ist CAPTAIN MARVEL natürlich eine Ursprungsgeschichte, aber sie wird nicht als solche umgesetzt. Denn die Superheldin hat von den ersten Momenten an ihre Kräfte und wird auch in Aktion gezeigt. Erst im Verlauf des Films erfährt man über Rückblicke mehr über die Vergangenheit von Carol Danvers und wie sie wurde, wer sie jetzt ist. Das ist clever gelöst und für die Erzählung sehr essenziell, denn mit diesen Rückblicken werden auch Wahrheiten enthüllt, die durchaus überraschend sind.

Man erwartet bei Marvel-Filmen nie die ganz großen Überraschungen. Das gilt für Hollywood per se, da man immer gerne auf Nummer Sicher geht. Das fängt in der Regel schon beim Casting an. Auch bei CAPTAIN MARVEL hat man angesichts der Schauspieler sehr schnell das Gefühl, genau zu wissen, wie der Hase laufen wird. Aber man hat hier bewusst gegen den Typ besetzt und garniert das Ganze noch mit ein paar überraschenden Wendungen. Nicht nur in Hinblick darauf, wie Gut und Böse definiert werden, sondern auch, wie es um Carol Danvers Vorgänger Mar-Vell bestellt ist.

Captain Marvels Historie

Der Film orientiert sich an den neueren Comics rund um Carol Danvers, vergisst aber auch die Tradition der Figur Captain Marvel nicht, die 1968 erstmals in den Comics auftauchte und damals noch ein Mann war. Das ist hier anders, funktioniert aber gut. Zudem gibt es noch Bonmots für die Fans, so sieht man etwa Monica Rambeau, die Tochter von Carols Pilotenkollegin Maria Rambeau, deren Spitzname Photon ist. In den Comics wurde Monica Rambeau zum zweiten Captain Marvel, hatte mit den Kree aber nichts zu tun. Heutzutage gibt es sie auch noch, trägt aber den Namen Photon.

Furys Auge

Der Film macht einen Running Gag daraus, dass Nick Fury hier noch zwei Augen hat. Und immer wieder wird es verletzt, aber alles ist gut – für eine Weile zumindest. Auf jeden Fall erfährt man hier, wie Fury sein Auge verloren hat. Das ist eine der besten Szenen des Films.

Generell gilt aber, dass man es bei CAPTAIN MARVEL sehr gut verstanden hat, die Mixtur aus Action, Drama und Humor zu brauen. Es ist alles perfekt austariert, jeder Witz ist der Situation angemessen und niemals aufgesetzt, und die Action ist ein Fest fürs Auge. Dazu gibt es einen tollen Soundtrack mit ein paar der großen Hits der 1990er. Wie No Doubts „I’m just a girl“ eingesetzt wird, ist großartig.

Am Ende gibt es zwei weitere Sequenzen. Eine bereitet AVENGERS: ENDGAME vor, die andere ist ein amüsanter Moment mit Nick Furys Katze.

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