Mrz 082018
 

Es gibt fünf ungewöhnliche Comics, die eines näheren Blickes wert sind.

THE DEATH OF STALIN (29,80 Euro) kann man derzeit im Kino sehen, man kann aber auch die gut 120-seitige Graphic Novel von Fabien Nury und Thierry Robin lesen, an die sich die Adaption sehr nahe hält. Erzählt wird hier, was passiert, nachdem Stalin tot ist und der Machtkampf um seine Nachfolge begonnen hat. Beide Medien haben dabei ihre Stärken und Schwächen, wo der Film fast schon ins Pompöse übersteigerte Theatralik bietet, nimmt der Comic karikierende Elemente an. Beiden gemein ist jedoch, dass sie bitterböse satirisch erzählt sind.

PRIVATDETEKTIV RAFFINGTON EVENT (16,95 Euro) umfasst zehn Geschichten von Andreas, der seinen rundlichen, gemütlichen Ermittler in reichlich bizarre Fälle stolpern lässt. Ein Hochgenuss sind die atmosphärisch dichten, mit kuriosen Figuren bevölkerten Zeichnungen.

Mit der JUGURTHA GESAMTAUSGABE 3 (34,80 Euro) werden die Alben 9 bis 12 geboten, die von 1981 bis 1983 erschienen sind. Der numidische Prinz Jugurtha ist längst seinen römischen Häschern entkommen und erlebt hier Abenteuer, die Autor Jean-Luc Vernal mit Tiefgang auffüllt. Die Zeichnungen von Franz haben sich indes enorm weiterentwickelt. Er spielt mehr mit der Form und bietet gewagtere Perspektiven und Layouts. Ein Bonusteil klärt über die historischen, aber auch comic-historischen Hintergründe auf.

Die WAYNE SHELTON GESAMTAUSGABE 1 (29,80 Euro) beginnt die Veröffentlichung eines der letzten großen Klassiker von Autor Jean van Hamme. Im Mittelpunkt steht der Veteran Wayne Shelton, der für reichte Auftraggeber heikle Missionen löst. Enthalten ist hier auch ein Zweiteiler, in dem Shelton einen Fernfahrer in einer ehemaligen Sowjetrepublik befreien soll, wofür er ein neues Team zusammenstellen muss. Van Hamme schreibt actionreich und spannend zugleich, so wie man es von ihm gewöhnt ist. Bedauerlich ist, dass der Bonusteil des Bandes nur aus ein paar Skizzen und den Biographien der Macher besteht. Man hätte sich mehr Hintergründe gewünscht.

GERARD – FÜNF JAHRE AM ROCKZIPFEL VON DEPARDIEU (24,– Euro) ist keine Biographie, sondern eher ein Reisebericht. Oder etwas hinreichend Ähnliches, denn Comic-Zeichner Mathieu Sapin hat Depardieu zuerst auf eine Reise in den Kaukasus begleitet, dem noch Jahre folgten, in denen er mit dem Schauspieler unterwegs war. Seine Erlebnisse verarbeitete er in chronologischer Form und mit karikierendem Strich, wobei er schonungslos ehrlich ist, dabei aber auch die bedingungslose Unterstützung von Gerard Depardieu hatte. Das Ergebnis ist ein intimer Blick auf den Mann, bis hin zu dem Moment, in dem er ihm den Comic zeigte und er ungewöhnlich reagiert – so, wie man sich das bei Gerard Depardieu auch vorstellt.

  One Response to “Fünf ungewöhnliche Comics: Tote Kommunisten, komische Ermittler, numidische Prinzen, alte Veteranen und das Leben von Gerard D.”

  1. La casa con serra ed il terrazzo rimesso a nuovo da Depardieu grazie alle piante hanno segnato per sempre la mia immaginazione.

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