Sep 092017
 

„Ich bin ein ernsthafter Schauspieler. Ich habe MacBeth gespielt. Aber auf meinem Grabstein wird stehen: Hier liegt Greedo.“ Damals störte Paul Blake das, heutzutage kann er gut damit leben, dass die Figur ihn überlebt, weil seine Kinder und Enkelkinder es cool finden, dass er in STAR WARS war.

Dokumentationen über STAR WARS, aber auch über die Schauspieler gibt es viele, aber keine ist wie ELSTREE 1976. Denn Jon Spira hat einen anderen Ansatz gewählt. Er hat einige der Schauspieler ausfindig gemacht, die in STAR WARS nur in winzig kleinen Rollen zu sehen waren: Biggs, Greedo, der „Das sind nicht die Doiden, die wir suchen“-Sturmtruppler, und weitere Figuren dieser Größenordnung. Nur Dave Prowse und Jeremy Bulloch stechen heraus. Weil ersterer immerhin im Kostüm von Darth Vader steckte und letzterer Boba Fett war. Bulloch passt zum Titel der Dokumentation eigentlich nicht dazu. Er stieß erst mit DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK zur Saga dazu.

Die Idee hinter dieser Dokumentation ist interessant, die Umsetzung aber ein wenig dröge. Am Interessantesten gestalten sich die Teile der Dokumentation, bei denen sich die Schauspieler an ihre Zeit bei den STAR WARS-Dreharbeiten erinnern oder darüber auslassen, wie es für sie ist, auf Conventions zu gehen. Dabei kommen einige amüsante Momente zustande, wenn einer erklärt, er hätte gedacht, er würde an einem Fernsehfilm arbeiten. Oder wenn man erfährt, dass die X-Wing-Piloten sich anstellen mussten, um ihre Szenen im Cockpit zu drehen, weil es nur eines davon gegeben hat.

Reichlich uninteressant ist der Teil, der sich mit der späteren Karriere dieser Schauspieler befasst, denn die meisten haben danach nicht mehr viel gemacht. Sie blieben mehrheitlich Schauspieler, die nur winzige Rollen gespielt haben. Teilweise ist das bitter, da man spüren kann, dass manche Träume begraben haben und etwas verbittert darüber sind, dass es nie zu größeren Rollen gereicht hat.

Letzten Endes befasst sich ELSTREE 1976 zu sehr mit dem, was die Schauspieler vor ihrem STAR WARS-Einsatz gemacht haben. Das ist milde interessant, wiederholt sich aber im Grunde auch, da die Geschichten sich gleichen. Damit wird die Dokumentation im Verlauf von gut 100 Minuten leider auch ein wenig langweilig.

Die Blu-ray der Busch Media Group ist an sich gut, der deutsche Voice Over ist aber schlecht. Er hat einen total blechernen Hall, so dass es angenehmer ist, die Interviews im Original zu hören.

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