Jun 272016
 

Es war das Jahr 1973, da sich das Gesicht der amerikanischen Comics verändern sollte. In diesem schicksalhaftem Jahr übernahm Gerry Conway die Erfolgsserie „The Amazing Spider-Man“, nachdem Stan Lee sie für mehr als 100 Hefte geschrieben hatte. Und Conway plante Großes. Er wollte den Lesern einen Schock verpassen, wie man ihn bis dato nicht gekannt hatte. Langsam führte er alles auf die Nr. 121 hin, die im Juni 1973 das Silver Age of Comics beenden sollte.

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Wie so oft kämpft Spider-Man gegen den Grünen Kobold. Dass der Held am Ende gewinnt, daran bestand kein Zweifel. Doch diesmal war etwas anders. In diesem Heft musste Spider-Man einen hohen Preis bezahlen: Gwen Stacy, die Liebe seines Lebens, wird vom Grünen Kobold ermordet.

Heutzutage ist der Tod einer beliebten Figur nichts Ungewöhnliches mehr, doch damals war es etwas absolut Einmaliges und vergleichbar allenfalls damit, als ob bei „Superman“ Lois Lane sterben würde. Der Tod von Gwen Stacy war deswegen von solch großer Bedeutung, weil bis dahin der Tod in den Comics allenfalls auf den Schurken wartete. Doch hier traf es ein unschuldiges Mädchen – gerade so wie im echten Leben, in dem die Unschuldigen ebenfalls nicht vor dem Bösen gefeit sind.

Spider-Man_Death-of-Gwen-Stacy

Natürlich ist die Wirkung dieses Heftes für den modernen Leser nicht mehr allzu groß, da er einerseits in den meisten Fällen bereits davon wusste, andererseits schon des öfteren dem Sterben beliebter Figuren beigewohnt hat. Aber dieses Heft ist von hoher comic-geschichtlicher Bedeutung, hat es doch dazu beigetragen, den in den 70er Jahren stattfindenden Prozess, die Comics erwachsen werden zu lassen, anzukurbeln.

Damals war der Tod von Gwen Stacy natürlich das bestimmende Element – er hatteauch noch im darauffolgenden Jahr Auswirkungen auf Peter Parker –, aber es gibt auch noch den ersten Auftritt des Känguruhs (ja, ein Schurke wie dieser konnte wohl nur in den 70er Jahren entstehen), Spideys Kampf mit dem Jameson-Werwolf, den Hulk und den aufrechten Bürgermeisterkandidaten Richard Raleigh. Besonders die Geschichte um letzteren macht auch deutlich, dass dies Comics aus einer anderen Zeit sind, wird hier doch sehr schnell ein Plot aufgebaut und auch wieder beendet, den man heutzutage über einen langen Zeitraum zelebriert hätte.

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