Nov 042015
 

Frieder Maier, seines Zeichens  der größte Comic-Händler des Landes und auch Herausgeber dieses Blogs, hat in seinem vielbeschäftigten Arbeitstag ein bisschen Zeit gefunden, ein paar Fragen zu beantworten, wie das Leben als Comic-Händler so ist.

sammler

Wie wird man eigentlich Comic-Händler?

Das ist einfach: Man geht zum Gewerbeamt, füllt ein Formular aus, legt 20,- Euro auf den Tisch, kriegt nen Stempel – und ist Comichändler!

Gab es ein spezielles Ereignis, das dich dazu brachte, ein Comic-Geschäft zu eröffnen?

Hatte schon als Kind und Jugendlicher immer gerne mit Comics gehandelt. Irgendwann wollte ich dann meinen eigenen Laden. Hab in Nürtingen eine winzige Leihbücherei gefunden, die hatte irgendwie bis in die 80er Jahre überlebt. Gesehen, verliebt und noch am gleichen Tag komplett gekauft.

Wie hat sich das Geschäft im Lauf der Jahre entwickelt, was waren – auch in Bezug auf die Titel oder Genres – Höhen und Tiefen?

Anfangs stiegen Umsätze und Warenlager kontinuirlich. Inzwischen wächst nur noch das Warenlager…
Zuerst waren es gebrauchte Lesecomics, dann kam die Nostalgiewelle mit Originalen und Nachdrucken der klassischen Serien, dann waren die Alben angesagt, danach die Superhelden mit den ganzen Variantausgaben, akuell sind’s die Gesamtausgaben und Mangas. Mit Geduld lässt sich aber alles verkaufen und auch vergangene Trends leben meist irgendwann wieder auf.

Welche Comics hast du früher gerne gelesen?

Donald Duck, Onkel Dagobert und alles mit Klaas Klever!

Und welche heute?

Donald Duck, Onkel Dagobert und alles mit Klaas Klever! (manche lernen halt nix dazu)

Was ist denn das wertvollste Comic-Heft, das es im Bestand der Sammlerecke gibt?

Aktuell ist es ein guterhaltenes Micky Maus Nr. 1 für 11.000,- Euro. Wir hatten aber im Lauf der Jahre auch schon fast alle deutschen Top 100 Hefte und auch US-Raritäten wie Fantastic Four Nr. 1, die ersten Batman-Hefte oder Amazing Fantasy Nr. 15. Meist gehen die richtig wertvollen Stücke sehr schnell wieder weg.

Wie gestaltet sich der Handel mit Back-Issues, wie sind die Käufer, eher auf Zustand 1 ausgerichtet oder mehr in Richtung „Hauptsache, man hat ein bestimmtes Heft endlich“?

Dadurch, dass wir mit unserem Antiquariat recht breit aufgestellt sind, verkaufen wir nach wie vor richtig gut.
Etwa 50% des Umsatzes entfallen auf lieferbare Titel, der Rest auf vergriffene Ausgaben bzw. antiquarische Hefte. Durch Internet und Online-Auktionen wird sehr viel durchschnittliche Ware auf den Markt geschwemmt, hier geben die Preise nach. Gute und seltene Stücke bleiben aber begehrt uns steigen im Wert.

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