Jun 062015
 

In den „Strange Tales“ wurde im Juli 1963 Dr. Strange eingeführt. Damit hatte Marvel auch seinen großen Magier, der von Lee geschrieben und von Steve Ditko gezeichnet wurde. Neben „The Amazing Spider-Man“ waren die Abenteuer von Dr. Strange die einzige Serie, die Ditko regelmäßig zeichnete und tuschte. Der Doktor entwickelte sich schnell zu einem Kultcharakter des Marvel-Universums, der für viele Autoren und ihre Arbeit so etwas wie den Heiligen Gral darstellt.

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Im April 1964 gesellte sich ein weiterer, sehr erfolgreicher Charakter in die Riege der Marvel-Helden. „Daredevil“ wurde geboren. Lee spielte mit dem Gedanken eines Helden, der ein echtes Handicap hat und kam auf die Idee, ihn erblinden zu lassen. Die Vorgeschichte von Matt Murdock, dem Daredevil, ging natürlich auf radioaktives Material zurück, das schon des öfteren für die Schöpfung eines Helden benutzt worden war. Während das Material Murdocks Augenlicht nimmt, erhöht es all seine anderen Sinne, sodass er besser als ein Sehender gegen das Böse kämpfen kann. Für die ersten Ausgaben konnte Lee, der einmal mehr schrieb, den Veteran Bill Everett begeistern. Everett hatte im Goldenen Zeitalter der Comics den Submariner erfunden und war schließlich in die Werbung abgedriftet, kam nun aber zu den Comics zurück. Nach einigen Ausgaben verließ er „Daredevil“ und widmete sich anderen Charakteren. Für ihn kam Wally Wood, der das rotgelbe Kostüm des Helden änderte und es fortan rot zeichnete.

1964 machte man sich bei Marvel daran, die ehemaligen Monster-Comics endgültig mit Helden zu füllen. Der Hulk erlebte regelmäßige Abenteuer in „Tales to Astonish“, Captain America war bei „Tales of Suspense“ dabei und Nick Fury tauchte in „Strange Tales“ auf. Letzterer erhielt eine weitere Serie, nachdem „Sgt. Fury and his Howling Commandos“ bei den Lesern so gut angekommen war, dass sich Anfragen häuften, was aus dem Colonel nach dem Ende des Krieges geworden war. Hier präsentierte sich nun die Antwort. Nick Fury war zum Chef von S.H.I.E.L.D., einer Spionageabwehrorganisation geworden. Damit fielen die Abenteuer von Nick Fury in den Bereich der Agentengeschichten, wobei die futuristischen Waffen, mit denen hier hantiert wurde, einen Bond neidisch hätten lassen werden.

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1965 erhielt „Nick Fury, Agent of S.H.I.E.L.D.“ seine eigene Serie, die von Jim Steranko gestaltet wurde. Schon bald bezog man sich auf dieses Ausnahmetalent nur noch mit seinem Nachnamen. Steranko schuf einen kurzen, aber furiosen Run, der die Comics, wie man sie damals kannte, revolutionierte. Gegen Ende des Jahrzehnts zog er sich aus der Comic-Szene zurück, wird für das, was er dem Medium hinterlassen hat, aber noch heute verehrt.

Auf Grund der vielen Titel, die Marvel mittlerweile brachte, und der vielen Zeichner, die für den Verlag arbeiteten, konnte Jack „The King“ Kirby es sich leisten, sich auf drei seiner Lieblingsserien zu konzentrieren. Fortan zeichnete er „Captain America“, „Thor“ und „The Fantastic Four“, wobei er, der Marvel-Methode folgend, immer mehr Input bei den Geschichten der Serien hatte.

Nach wie vor einer der wichtigsten Titel war „The Fantastic Four“, deren größter Moment mit einem Mehrteiler kam, der in den Heften 48 bis 50 zu finden ist. Hier bringen Lee und Kirby den weltenverschlingenden Galaktus auf die Erde. Noch viel wichtiger als der Weltenzerstörer ist jedoch sein Herold, der Silver Surfer. Kirby hatte ihn einfach integriert und den Charakter um Galaktus herumfliegen lassen, woraufhin Lee wissen wollte, wer dies denn sein sollte. Darauf meinte Kirby, ein Wesen wie Galaktus bräuchte auch unbedingt einen Herold.

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Als Lee den Charakter sah, der mit seinem silbernen Surfbrett durch die Weiten des Alls zog, konnte er sich der Faszination dieser Figur nicht erwehren. Er sah in ihm etwas Edelmütiges, weswegen er ihn zu einem Humanisten machte, der über die Menschen philosophieren konnte. Der Silver Surfer, der von allen Marvel-Helden der tragischste ist, erwies sich bei den Fans als absoluter Liebling, weswegen er noch des öfteren in der Serie auftauchte. Später erhielt er sogar seine eigene Serie, die von Lee geschrieben– er hätte niemand anderen an den Surfer Hand anlegen lassen – und von John Buscema gezeichnet wurde. Das Ergebnis war eine 18-teilige Serie, in der die beiden den Silver Surfer schon messianische Züge annehmen ließen und einen Meilenstein der Comic-Literatur schufen.

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