Mrz 162015
 

In „Tales to Astonish“ führten Lee und Kirby Ant-Man ein, der in Wahrheit der Wissenschaftler Henry Pym war und sich sowohl auf Ameisengröße schrumpfen als auch mit den Ameisen kommunizieren konnte. Anders als die bisherigen Marvel-Schöpfungen erwies sich der kleine Held als kein allzu großer Erfolg, weswegen aus Ant-Man bald Giant-Man wurde, was jedoch kaum etwas an den Verkaufszahlen änderte.

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Im März 1963 präsentierte Lee in „Tales of Suspense“ das Debüt von Iron Man, einem weiteren Helden, der im normalen Leben der reiche Industrielle Tony Stark war und die Rüstung anfangs entwickelt, um sein Leben zu retten, später jedoch zum Held wird. Was „Iron Man“ im Rückblick so besonders macht, ist die Tatsache, dass Lee für die Ursprungsgeschichte seines neuen Helden den Hintergrund Vietnam benutzte, der damals in den Medien noch kaum ein Thema war.

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Im Mai 1963 präsentierte Stan Lee „Sgt. Fury and his Howling Commandos“, ein Comic, der aus einer Wette mit Martin Goodman hervorging. Während Lee propagierte, dass der neue Stil, mit dem die Marvel Comics gemacht waren, sich auf jedes Genre anwenden ließen, war Goodman anderer Meinung. Darum nahm Lee die Herausforderung an und schuf einen Kriegscomic, der den Zweiten Weltkrieg zum Thema hatte. Wie Lee vorausgesagt hatte, erwies sich die Serie als Erfolg, was umso bedeutsamer ist, da der Gewaltgehalt natürlich nicht an die Kriegscomics heranreichen konnte, die vor dem Inkrafttreten des Comics Code publiziert wurden. Dass sich eine gewisse Realitätsnähe einstellte, dafür sorgte Lee schon, der selbst im Krieg gewesen war. Was ihn im Nachhinein besonders stolz an der Serie machte, war die Einbeziehung eines farbigen Charakters, was zu jener Zeit alles andere als gewöhnlich war.

Stan Lee erkannte aufgrund der vielen Briefe und so manches Besuches eines Lesers, der von der tristen Art des Büros enttäuscht war, schnell, dass eine feste und tiefe Bindung zur Leserschaft auch ein Weg zum Erfolg war. Darum wurde ein Fan-Club ins Leben gerufen und der Name des Verlags, Marvel Comics, wurde instrumentalisiert und in jeder denkbaren Art verwendet, um dem Leser klarzumachen, dass er nun ein Heft vor sich hatte, das einen hohen Qualitätsstandard garantierte und Teil eines großen Heldenuniversums war. Hinzu kam, dass Lee die Leser ernst nahm und ihnen bei der Beantwortung der Leserbriefe das Gefühl gab, es nicht mit einem wildfremden Redakteur, sondern mit einem guten Freund zu tun zu haben.

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Darüber hinaus erwies man bei Marvel auch allen an der Entstehung eines Comics beteiligten Personen die Ehre und nannte in der Credit-Box am Anfang eines jeden Abenteuers nicht nur den Autor und den Zeichner, sondern auch Koloristen und Letterer.

Schon in den ersten Serien und Heften wurde auch gezeigt, dass die Helden ein gemeinsames Universum teilten. Mehr noch, sie lebten in derselben Stadt. Das Ergebnis war, dass Gastauftritte verschiedener Charaktere in den unterschiedlichsten Heften Gang und Gebe waren, was dem Marvel-Universum eine größere Einheit bescherte und sämtliche Superhelden-Veröffentlichungen für den Komplettisten interessant macht, da jede Geschichte ein bisschen mehr über das Marvel-Universum enthüllt. Innerhalb von nur zwei Jahren war ein ganzes Comic-Universum entstanden, doch das Jahrzehnt, das sich als das Marvel-Zeitalter ins Gedächtnis der Leser einbrennen sollte, war noch lange nicht vorbei …

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