Dez 072014
 

ZOMBILENNIUM (Ehapa, 3 Bände), das ist ein Vergnügungspark in Frankreich, in dem Monster, Zombies und andere Gesellen das Publikum das Gruseln lehren sollen – und unterhalten sollen sie sie auch. Der Erfolg lässt zu wünschen übrig, man steht an 18. Stelle von Frankreichs 20 Vergnügungsparks.

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Eine neue Attraktion muss her, die findet man auch, aber die Probleme reißen nicht ab. Denn die Bewohner der umliegenden Gegend mögen den Park nicht. Bei einer Arbeitslosenquote von 25 Prozent sehen sie es als Affront an, dass nur Monster und Untote im Park Arbeit haben. Aber wer will eigentlich schon bei Zombillennium arbeiten, wo all die Errungenschaften der modernen Arbeitswelt – Weihnachtsgeld, Arbeitszeitausgleich, 35-Stunden-Woche, Rente mit 60 – für die Untoten nicht gelten?

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Das ist  die Grundsituation, die Arthur de Pins nutzt, um eine Geschichte zu erzählen, die sich beharrlich weigert, sich in eine Schublade stecken zu lassen. Es gibt parodistische Elemente, aber de Pins behandelt seine Geschichte nicht als eine Farce. Er erzählt eigentlich eine dramatische Geschichte, macht das aber recht nonchalant und mit natürlich eingewobenem Witz. Seine Figuren sind lebendig, auch wenn sie untot sind. Ob Mumie, Werwolf, Vampir oder Dämon, letzten Endes geht es diesen Gestalten auch nicht anders als jedem anderen, der Tag für Tag malocht. Nur dass „gefeuert werden“ hier eine gänzlich andere Bedeutung hat.

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Aus eben diesen Umdeutungen bezieht de Pins seinen Witz. Es sind normale Situationen, die ins Abstruse übersteigert werden. Damit schlägt er der Vorhersehbarkeit ein Schnippchen, denn Zombillennium ist in mehr als nur einer Beziehung originell. So manches Mal meint man eine Ahnung zu haben, in welche Richtung der Autor seine Geschichte lenkt, nur um dann doch freudig überrascht zu werden. Am Ende bleibt das befriedigende Gefühl eines Monsterspaßes, der eines zementiert: Monster sind auch nur Menschen wie Du und ich, auch wenn die Mordlust sie manchmal packt.

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