Dez 052014
 

Am Anfang war nicht Adam, sondern Atlas, nicht Eva, sondern Timely. Atlas war der Name der Firma von Martin Goodman, mit der er zuerst Pulps (billige kleine Romane) und später auch Comics veröffentlichte. Nach dem Erfolg von Superman und Action Comics sprang auch Goodman auf den Zug auf und brachte Superhelden-Comics. Die ersten Marvel-Helden, noch lange bevor es Marvel dem Namen nach gab, waren die Human Torch und Namor, der Submariner. Später gesellte sich auch noch Captain America hinzu, der zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs enorme Erfolge feierte.

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Im Zuge des Erfolgs seiner Superhelden änderte Goodman den Namen der Firma von Atlas in Timely. Marvel war noch nicht geboren, doch das wundersame Wort fand bereits Einzug in so manchen Comic-Titel wie Marvel Comics. Während des Zweiten Weltkriegs waren die Superhelden beliebt, doch nach Ende des großen Krieges wollten die Leute harmlosere, nettere Unterhaltung genießen. Der Superheld war passé, an seine Stelle traten Romantik- und Crime-Comics.

Stan Lee stieß noch in jener Zeit, da die Erfolge groß waren, zu Timely und begann seine Karriere als Assistent, wurde jedoch schon bald zu einem der wichtigsten Autoren des Verlags. Anfang der 60er Jahre, endlich war man auch dem Namen nach Marvel geworden, sorgte Stan Lee, der mittlerweile der Chefredakteur des Verlags war, zusammen mit Jack Kirby für eine Renaissance des Superheldencomics, dessen Erfolg auch heute noch ungebrochen ist.

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Lee und Kirby starteten Die Fantastischen Vier. Ihr Erfolgsrezept war dabei, dass sie zwar Superheldengeschichten erzählten, aber das menschliche Element nicht einfach untergehen ließen. Das Privatleben ihrer Helden war mindestens so spannend wie ihre Abenteuer – und so manches Mal sogar noch aufregender. In der Folgezeit entbrannte eine wahre Marvel-Explosion. Zusammen mit Zeichnern wie Jack „The King“ Kirby oder Steve Ditko schuf Stan Lee den Grundstein des Marvel-Universums und ersann populäre Figuren wie Spider-Man, den Hulk, Iron Man, Thor, die X-Men und viele weitere mehr. Die 60er Jahre waren für Marvel das vielleicht fruchtbarste Jahrzehnt, das der Verlag je erlebte. Den Comics dieser Zeit kann man richtig die Energie ansehen, mit der sie entstanden. Hier wurde Grundlegendes geschaffen, das auch heute noch Bestand hat!

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Die Zeiten änderten sich und mit den 70er Jahren zog der härtere Typ Held vom Schlage eines Punisher, Ghost Rider oder Wolverine ein. Damit traf Marvel abermals den Nerv der Zeit und feierte abseits einiger weniger gelungener Versuche Erfolge. Eine der kreativsten Phasen des Unternehmens gab es unter Chefredakteuer Jim Shooter, der Marvel in den frühen 80er Jahren zu mit strenger Hand regierte. Nach Shooters Weggang, einer beinahe zehn Jahre währenden Zeit qualitativ hochwertiger Unterhaltung, ging es bergab, doch zum Ende der 90er Jahre, nachdem Marvel den drohenden Konkurs überstanden hatte, war man wieder auf der Höhe der Zeit. Heute tummelt sich bei Marvel USA die Creme de la Creme der Kreativen, wodurch Monat für Monat absolute Highlights den Weg zu den Fans finden.

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In Deutschland starteten die Marvel Comics 1966 beim BSV-Verlag durch. In der Heftreihe Hit Comics präsentierte man die unterschiedlichsten Helden in wechselnder Reihenfolge und versuchte auch, eigene Serien zu etablieren, doch die Art der Veröffentlichung war einfach zu chaotisch. Der Williams Verlag machte seine Arbeit dagegen weit besser. Hier gab es Serien im Originalformat, in chronologischer Reihenfolge, handgelettert und in liebevoller Aufmachung. Williams veröffentlichte über mehrere Jahre hinweg die Marvels bevor die Verkäufe einbrachen. Nur wenige Monate später startete der Condor Verlag sein Programm und setzte den Schwerpunkt dabei auf Taschenbücher, die zwar viel Lesestoff boten, auf Grund der Verkleinerung der Seiten aber nur Minimalstübersetzungen liefern konnten. Mit Heften, Taschenbüchern und Alben bestritt Condor sein Programm über beinahe 20 Jahre sehr erfolgreich bevor der Panini Verlag das Ruder übernahm und die Marvels mit größtmöglicher Treue zum Original auf den Markt brachte. Das Programm hat sich stets ausgeweitet, sodass man heutzutage alle wichtigen Serien, die es in USA gibt, auch auf Deutsch genießen kann. Ein Ende ist nicht abzusehen.

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