Aug 072014
 

HERCULES erzählt nicht die klassische Legende, die sich um den Halbgott rankt, sondern die wahre Geschichte dahinter. Das war die Idee des Comics HERCULES: THE THRACIAN WARS von Radical Comics, der damit auch das Interesse eines Filmstudios wecken konnte.

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Die Geschichte der zwölf Prüfungen, denen sich Hercules stellen musste, ist  stark übertrieben. Es gab sie, aber sie waren nicht übernatürlicher Art. Hercules und seine Freunde nutzen den Mythos jedoch, weil er ihnen ihren Feinden gegenüber einen psychologischen Vorteil verschafft. Tatsächlich sind sie Söldner und werden vom König von Thrakien angeheuert, um eine Invasionsmacht niederzuringen. Doch nichts ist so, wie es scheint.

Das ist auch das Thema von HERCULES, der zwar einerseits klar macht, dass all der phantastische Hokuspokus eben nur das ist, aber zugleich eine Heldenfigur bietet, die unglaublich stark ist. Stärker, als es ein normaler Mensch sein kann. Das beißt sich etwas und hebelt das Konzept der Geschichte aus, denn eigentlich soll es eben nicht übernatürlich, sondern natürlich sein. Das Ziel war: TROJA ohne den Hokuspokus. Das Ergebnis ist: Mager-TROJA mit teilweisem Hokuspokus.

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Der sehr kurze Film weist eine alles andere als aufregende Geschichte auf. Sie ist minimalistisch, ausgesprochen simpel, fast nicht vorhanden. Anhand der Besetzung weiß man zudem auch schon, dass es Verrat geben wird und Hercules und seine Freunde sich schließlich für die richtige Seite entscheiden müssen.

Das ist kurzweilig dargeboten, die Action ist nett anzuschauen, der Humor hin und wieder sogar ganz nett (häufig aber auch bemüht und unlustig). Was Regisseur Brett Ratner hier abliefert, ist das, was er meist liefert: routinierte Handarbeit ohne Esprit.

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Der Comic war von Steve Moore, der am 16. März 2014 verstorben ist. Seinen Namen wollte im Film nicht sehen, Radical hat sich aber darüber hinweggesetzt und ihn damit einmal mehr ausgenutzt. Hintergrund war, dass Moore eigentlich die ohnehin lächerliche Summe von 15.000 Dollar bekommen sollte, wenn aus dem Comic ein Film wird. Das war in allen Verträgen enthalten, bis auf den letzten, den man ihm dann geschickt hatte. Er hatte angesichts der vielen Versionen übersehen, dass dieser Punkt gestrichen worden war und Radical machte ihn nicht darauf aufmerksam. Nach Moores Tod nutzte man zudem seinen  Namen, um für  den Film zu werben. Ein schändliches Verhalten eines am Boden liegenden Studios. Steve Moores Freund Alan Moore (nicht verwandt) hat zum Boykott aufgerufen. Nun liegt es an jedem, ob er Alan Moore folgen will oder nicht. Wer auf HERCULES verzichtet, hat aber ohnehin nicht viel verloren …

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