Dez 102013
 

Im Jahr 2011 hat Frank Miller die ersten beiden Hefte seiner „Xerxes“-Serie Dark Horse übergeben. Publiziert hat man sie nicht, man wartete darauf, dass Miller die Serie abschließt. Das hat er bis heute nicht getan, zum neuen Film „300: Rise of an Empire“  wird es dementsprechend auch keinen neuen Comic geben. Grund genug, mal wieder in „300“ reinzulesen.

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„Wanderer, kommst Du nach Sparta, verkündige dorten, Du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befielt.“ Diese Inschrift findet sich auf der Statue eines spartanischen Kriegers bei den Thermopylen und legt Zeugnis ab von der dort im Jahr 480 v. Christus stattgefundenen Schlacht zwischen 300 Spartanern und tausenden Persern. Frank Miller hat dieses Ereignis, das trotz des Untergangs der 300 Spartaner als Sieg der Griechen gewertet werden muß, in einer faszinierenden Erzählung verarbeitet.

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„300“ ist ein großes Opus, bei dem Millers Zeichnungen seit langer Zeit wieder einmal eingefärbt sind. Die Kolorierung von Lynn Varley ist es auch, die Millers ohnehin schon kraftvollen Zeichnungen zusätzliches Gewicht verleiht. Zudem wird die Geschichte zum großen Teil mit Splash-Pages erzählt und schafft so eine Atmosphäre, die größer als das Leben selbst ist.

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Auch die Geschichte, bei der König Leonidas in den Vordergrund gestellt wird, ist mythisch überzeichnet und unterliegt manchmal der ohne Frage großen Faszination, die von Sparta und seinen archaischen Traditionen ausgeht. Die Darstellung der Spartaner, die sich selbst für die Spitze griechischer Lebensart halten, hat von daher bei so manchem Assoziationen mit der Herrenmenschenmentalität des Dritten Reiches geweckt, aber solche Vergleiche entbehren einfach jeder Grundlage. Natürlich werden die Spartaner hier als absolut überlegen gezeigt, aber gleichzeitig schwingen sie sich nicht als Herrscher über andere auf, sondern sind bereit, zum Wohle Griechenlands das größte denkbare Opfer zu bringen und im Kampf für die Freiheit zu sterben.

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Neben „Sin City“ hat Frank Miller mit „300“ ganz klar eines seiner besten Werke vorgelegt, das in keiner Comic-Sammlung fehlen sollte.

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