Aug 312011
 

Lollipop Monster ist das Regiedebut von Comiczeichnerin Ziska Riemann, der einzigen Schülerin des Karikaturisten Gerhard Seyfried. Zusammen mit Pop-Künstlerin Lucy van Org zauberete sie eines des kontroverstesten Teenie-Dramen auf die Leinwand, das deutsche Kinosäle je erblick haben.

Es ist nüchtern betrachtet ganz klischeemäßig: Zwei pubertierende Teenie-Gören versuchen aus dem Elternhaus auszubrechen, ihren Erfahrungshunger zu stillen, ihre Weiblichkeit zu entdecken. Ari und Oona, die eine blond, die andere schwarz, haben für Erwachsene zum Gähnen langweilige Teenagerproblemchen. Warum der Film alles andere als langweilig ist:

Das Regisseurinnenduo verunsachlicht die Konflikte und trifft damit ganz authentisch den Kern der Pubertätsproblematik, das Denken wird abgestellt und weicht dem Fühlen; schrillbunte Farben, überharte Klänge von Einstürzende-Neubauten-Gittarist Alexander Hacke. Schonungslos und überspitzt zeigt der Film überemotionalisierte Dränge, Zwänge und Sehnsüchte der jungen Vorstadtlolitas. Wo bei American Pie Friede-Freude-Eierkuchenvögelei ist, wird in Lollipop Monster die Freundin des Bruders verführt, sich mit älteren Typen eingelassen, die niemand zum Schwiegersohn haben will und mit dem Onkel intim geworden. Am Ende folgt eine blutige Rache.

Lollipop Monster läuft seit dem 25.08. in den deutschen Kinos. Ziska Riemann lebt in Berlin, ihr zuletzt erschienenes Comicwerk aus dem Jahr 2010 heißt „Kraft durch Freude“.

Trailer:

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